loading...

...mit Herz und Mund: Reformation und Musik

„Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes; sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich“ – so beschrieb Martin Luther einst die Bedeutung der Musik für Glaube und Gemüt. Der Gemeindegesang wurde von ihm als „singende Verkündigung“ des Evangeliums und der neuen Lehre hoch geachtet.

Luther selbst galt als geübter Sänger und Lautenspieler; seine Fähigkeiten als Lieddichter trugen ihm den Beinamen „Wittenberger Nachtigall“ ein. Als Komponist hat er die reformatorischen Glaubenssätze zu Musik verdichtet. Seine Lieder sowie die seiner Anhänger entfalteten große Wirkung bei der Ausbreitung der Reformation.

Protestantische Tradition der Kirchenmusik

Damit gründete die Reformation eine ganz eigene protestantische Tradition der Kirchenmusik. Und sie legte zugleich den Grundstein für eine große, vielfältige europäische Musikkultur, die vom Gemeindegesang über große Oratorien bis hin zur Hausmusik reicht. Und die seither Zeiten und Menschen miteinander verbindet, über alle gesellschaftlichen Entwicklungen und Umbrüche hinweg. Alle sollen teilhaben Bis heute ist der – deutschsprachige – Gemeindegesang ein überaus wichtiger Teil des Gottesdienstes und der Liturgie. Dass alle an der Musik aktiv teilhaben, gehört zu den ureigensten reformatorischen Impulsen! Und auch die große Bedeutung dieser Kultur für die musikalische Bildung, wie auch für die Bildung im Allgemeinen, ist nicht zu unterschätzen. Verblüffend aktuell klingt in dieser Hinsicht Luthers Plädoyer für den Wert der Musik: "Wer diese Kunst kann, der ist von guter Art, zu allem geschickt. Man muss die Musik unbedingt in den Schulen behalten. Ein Schulmeister muss singen können, sonst sehe ich ihn nicht an."

Das gemeinsame Musizieren und Singen trägt viel zur sogenannten „Herzensbildung“ bei, deren Fehlen heute so oft beklagt wird. Unsere Kirchenmusik wirkt direkt in die Herzen hinein: Sie rührt die Menschen an, sie schließt verbogene Schichten der Seele auf – und sie kann Menschen einen neuen Zugang zum Glauben eröffnen.

Musik verbindet Zeiten und Menschen

Musik führt Menschen zusammen; sie stiftet Gemeinschaft – über die Generationen, über soziale Schichten und über die Zeiten hinweg. Wo Menschen zusammen singen, entsteht ein kleines bisschen Frieden. Deshalb hat die Musik nicht nur für die Gestaltung und Entwicklung der Kirche, sondern auch für das gesellschaftliche Zusammenleben der Menschen überhaupt eine große Bedeutung.

Auch in Essen lernen und praktizieren viele Menschen das Singen und Musizieren im kirchlichen Zusammenhang. Alle sind dazu eingeladen! Die jeweiligen finanziellen Möglichkeiten spielen dabei kaum eine Rolle. Für viele Menschen ist das kirchliche Leben zudem auch der einzige Ort, an dem sie selbst die eigene Stimme zum Gesang erheben, seitdem sie den Kindergarten und die Schule verlassen haben.

Das Jahr der Kirchenmusik

Im Jahr 2017 feiern die protestantischen Kirchen in aller Welt das 500. Jubiläum der Reformation. Bis zu diesem Zeitpunkt hat die Evangelische Kirche in Deutschland jedes Jahr unter ein besonderes Thema gestellt. 2012 ist das „Jahr der Kirchenmusik“ – gewürdigt werden soll ihre Bedeutung als Mittel der Verkündigung, aber auch als wichtiges Element im Leben und im Alltag vieler Menschen. Auch der Kirchenkreis Essen hat sich diesem Jahresthema in besonderer Weise gewidmet: Unter anderem mit der Beteiligung an einer „Kirchenmusik-Stafette“ der Evangelischen Kirche im Rheinland, mit Vorträgen, mehreren besonderen Konzerten und einer sehr musikalischen Reformationsveranstaltung. Die reichhaltige, vielfältige kirchenmusikalische Praxis in ihrer Bedeutung zu stärken, ist ein wichtiges Anliegen im „Jahr der Kirchenmusik“. Dieses Internetangebot soll einen Beitrag dazu leisten. Wir freuen uns, dass Sie vorbeischauen.

 

Gemeinde
Ensembles
Musikangebote
›› auswählen